Montag, 2. Oktober 2017

Valle de Catarpe - Horse riding

Am Samstag war dann eine Aktivität dran, die ich schon lange einmal ausprobieren wollte: Reiten. Da traf es sich gut das direkt mit einem schönem Tal zu verbinden.



Die Ranch unseres Guides - schön mit alten Kutschen und anderen Utensilien gestaltet.

Unser Guide sah wirklich aus wie ein Cowboy und hat sich auch so verhalten (hat nicht viel gesagt und war etwas mürrisch, er konnte aber auch lächeln). Die Verständigung war dabei etwas schwierig, da er nur Spanisch konnte. Aber am Ende klappte das mit dem Reiten doch ganz gut.

Für kurze Zeit konnten wir sogar den Galopp ausprobieren

Das Reiten war so interessant, dass man fast vergessen hat sich umzuschauen und die Landschaft zu bewundern - wieder ein schöner Canyon mit grünem Flussstreifen.

Mit Wasserüberquerung (Merkzettel für Markus: durch Flüsse nur langsam gehen, sonst sind die Hosen nass...)



Auf der Hälfte der Strecke ging es dann hoch hinaus und wir hatten einen fantastischen Ausblick (außerdem konnten die Pferde und besonders die Reiter eine Pause vertragen).

In der Abendsonne ging es dann zurück

Das war wirklich sehr interessant und lustig, auch wenn einige Körperstellen sich die nächsten Tage noch besonders ausruhen wollten... Besonders beim Traben (nennt man das schnellere Gehen so?) und Galopp musste man aufpassen, dass der Hintern schön oben blieb und nicht dauern auf dem Sattel aufsetzte, dann tat es auch nicht so weh ;-)
Nach der Pause ging das mit dem Führen des Pferdes auch wesentlich besser als davor, wahrscheinlich mussten wir uns erst einmal gegenseitig an uns gewöhnen. Aber dann reichte ein kurzes Rucken nach links oder rechts und mein Pferd folgte.


Chuquicamata Mine

Eine weitere Sehenswürdigkeit war die Chuquicamata Mine in der Nähe der Stadt Calama (~1 Stunde Busfahrt von San Pedro entfernt), die größte offene Kupfermine der Welt. Hier wird seit 2500 Jahren Kupfer abgebaut, schon die Inkas haben das Kupfer für ihre Waffen und Schmuck genutzt. Diese kann nur mit einer (kostenlosen) Tour des Abbauunternehmens (die Mine gehört zu 100% dem Staat - eine gute Einnahmequelle für Chile) besucht werden (und nur unter der Woche, nicht am Wochenende). Bei Nachfrage am Infozentrum in San Pedro war für den Freitag nur noch 1 Platz frei weswegen Lisa für sich eine andere Tagestour gebucht hat (sie hatte sowieso nicht so Lust auf die Mine). Also noch schnell den Bus nach Calama gebucht und gehofft, dass alles passt und ich auch wieder zurückkomme. Dabei hat mich jeder darauf hingewiesen, dass Calama keine gute Stadt für Touristen ist und ich doch sehr auf meine Wertsachen aufpassen sollte. Im Nachhinein völlig unbegründet. An den Straßen, an denen ich langgelaufen bin, sah die Stadt besser aus und war moderner als viele Städte der anderen Länder...

Calama hatte sogar schöne Kunstwerke

Eine 175 kg schwere Kupferplatte (99,9997% Kupfer)

Chuquicamata Stadt - früher die Heimat für die Minenarbeiter, heute Geisterstadt (2007 wurde festgestellt, dass der Staub der nahen Mine zu gesundheitsschädlich für die 25.000 Einwohner war).

Die Stadt hatte alles: Pubs...

...schöne Parks...

...Kirchen, Schulen...

...ein Konferenzzentrum...

...ein Theater, das beste damalige Krankenhaus etc.


Solche Geisterstädte finde ich immer faszinierend, so vieles wurde über Jahre aufgebaut und dann einfach verlassen.


Die ersten Anzeichen der Mine - riesige Kräne (man selbst ist noch nichtmal so groß wie die Ketten) welche 3 Fahrer brauchen...

...und die kleinen Bagger (ein Rad ist wohl 4 Meter hoch, leider durften wir nicht so nah heran, da hier ununterbrochen gearbeitet wird, 24 Stunden, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr - die Mine macht wohl 8000$ Gewinn in 1 Minute...).

Einfach atemberaubend wenn man bedenkt, dass dieses riesige Loch (1 km tief, 4.9 km lang, 3 km weit) von Menschenhand geschaffen wurde...



Riesige Maschinen. Zum tiefsten Punkt der Mine brauchen sie 20 Minuten, um wieder hochzufahren 1 Stunde und 15 Minuten!!



Sicherheit geht vor - Voraussetzung war u.a. auch eine Oberbekleidung mit langen Ärmeln.

Die Steinschichten werden erst mit Sprenungen aufgelockert und dann mit Kränen auf die Bagger geladen. Das Kupfer und die anderen verkaufswürdigen Materialien werden mithilfe verschiedener Prozesse von den normalen Steinen getrennt (z.B. mit speziellem Wasser in dem die wertvollen Sachen oben schwimmen, alles andere nach unten fällt). Größter Abnehmer des Kupfers ist China mit 35%.


El Tatio Geysir und Lagunas Escondidas

Nächster Tag, neue Touren: das drittgrößte Geysirfeld der Welt und 7 wunderschöne Lagunen.

Für die Geysire ging es sehr früh los (Treffpunkt am Hostel ~5 Uhr...), da der Rauch nur entsteht wenn es noch nicht allzu warm ist (und früh waren es ca. -5°C...). Was man nicht alles im Urlaub macht... Dafür sah es aber auch fantastisch aus!

Überall blubberndes Wasser und Rauchschwaden



Geysire können auch absterben (z.B. durch Erdbeben, menschliche Intervention) - es kann aber auch passieren, dass sie nach Jahren wieder anfangen.

Manchmal waren es auch einfach nur Rauchlöcher...

...und von weitem sah es auch etwas gefährlich aus.

Die Farben kommen wieder von den verschiedensten Mineralien und Bakterien.

Wenn zu wenig Druck vorhanden ist suchen sich die Geysire andere Wege an die Oberfläche und nur die Löcher bleiben





In der Regenzeit wäre hier wahrscheinlich auch ein Thermalbad





Natürlich ist das alles Quatsch, der Rauch kommt von den Dämonenbeschwörungen der ganzen Zauberer!



Ein weiteres Dorf mitten im Nirgendwo...

Ein Canyon - die grünen Pflanzen im Fluss lassen die sonst sehr öde Landschaft irgendwie freundlicher aussehen


Für die Lagunen Tour wurden 10 Leute + Fahrer in einen winzigen Jeep gequetscht und dann ging es 1 1/2 Stunden über eine lange, gerade Schotterpiste mitten in die Wüste. Wie gut, dass der Fahrer überhaupt nicht schnell und sehr sicher gefahren ist, das Auto Sicherheitsgurte hatte und absolut kein Staub durch die Klimaanlage kam...  (meine Kleidung war nach der Fahrt völlig verstaubt). Aber wir sind angekommen und die Lagunen waren einfach traumhaft.


Unwirkliche Landschaft...

...mit Salzstrand - bestimmt sehr gesund!

Ich hätte nicht gedacht, dass solche blauen Lagunen in einer Wüste zu finden sind.




Einfach mal schweben...

Und wieder ein fantastischer Sonnenuntergang mit superleckerem Snack, was will man mehr...